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Grundlegende Diabetesstudien: UKPDS


Wesentliche Ziele/Fragestellungen der UKPDS:

  • In welchen Bereich ist der Blutzucker zu senken, um akute Komplikationen und diabetische Folgeerkrankungen möglichst zu vermeiden?

  • Kann die Lebenserwartung von Typ 2 Diabetikern durch eine gute Blutzuckereinstellung erhöht werden?

  • Welche Antidiabetika sind am Günstigsten?

  • Haben Diät und die verschiedenen Antidiabetika spezielle prognostische Vor- oder Nachteile?

  • Wie wirkt sich eine strikte Blutdrucksenkung bei Typ 2 Diabetikern aus?

  • Welche Antihypertensiva sind prognostisch am günstigsten?


Klientel:

  • 5102 Typ 2 Diabetiker (41% w/59% m) frisch diagnostiziert

  • Altersdurchschnitt 53 Jahre

  • mittl. BMI: 28 kg/m2

  • mittl. HbA1c: 9,1%

  • mittl. Beobachtungszeitraum: 10 Jahre

Auswahl der Patienten im Anschluss an eine 3-4 monatige diätetische Behandlung mit dem Ziel, einen Nüchtern – Blutzucker (NBZ) < 6 mmol/l zu erreichen:

 

NBZ < 6 mmol/l

Weiterbehandlung nur mit Diät (3%)

5102 Patienten

NBZ 6,1 –15 mmol/l

Randomisierung in die UKPDS (4209 Pat. = 82%)

 

NBZ > 15 mmol/l

Diätversagen (15%)

Studiendesign der UKPDS:


Wichtige Ergebnisse und Schlussfolgerungen:

  • 50% der Studienteilnehmer hatten bei Diagnosestellung des Typ 2 Diabetes bereits beginnende diabetische Folgeerkrankungen, davon 38% eine Retinopathie und 15% eine Neuropathie.

  • 33% der neudiagnostizerten Typ 2 Diabetiker konnten nicht in die Studie aufgenommen werden, weil sie u.a. bereits den Endpunkt der Studie bzgl. diabetischer Folgeerkrankungen erreicht hatten!

Schlussfolgerung:

Die Diagnosestellung entspricht oft nicht dem Beginn des Diabetes, sondern bereits dem Beginn diabetischer Folgeerkrankungen. Deshalb sind Risikopatienten im Sinne des metabolischen Syndroms möglichst frühzeitig zu identifizieren!

Wichtige Ergebnisse und Schlussfolgerungen:

  • Während der Studie verschlechterte sich der Stoffwechsel progredient bei 62% der Typ 2 Patienten, so dass zusätzlich oder in Kombination Metformin, Sulfonylharnstoffe oder Insulin eingenommen werden mussten.

Schlussfolgerung:

Therapieänderungen sind wiederholt notwendig. Ebenso die damit verbundene Schulung und lebensbegleitende Betreuung.

  • Jede intensive Behandlung (pharmakologische Behandlung mit dem Ziel, Nüchtern BZ – Werte < 6 mmol/l zu erreichen) führt zu einem verbesserten Stoffwechsel (die intensiv behandelte Gruppe erreichte einen um 0,9% besseren HbA1c – Wert: mittlere Werte: 7,0% zu 7,9%) und damit zu einem signifikanten Rückgang der diabetischen Folgeerkrankungen, unabhängig von der Art der Medikation.

Schlussfolgerung:

Eine intensive Behandlung ist in Hinblick auf die Progredienz diabetischer Folgeerkrankungen unverzichtbar.

Wichtige Ergebnisse und Schlussfolgerungen:

  • die Senkung des HbA1c – Wertes um 0,9% reduziert das Risikos diabetischer Komplikationen um:

1 - alle diabetes-bezogenen Komplikation  / 2 - mikrovaskuläre Erkrankungen / 3 - makrovaskuläre Erkrankungen, Herzinfarkte

  • Die strikte Kontrolle des Blutdruckes ist bei Typ 2 Diabetikern ebenso wichtig wie die Einstellung des Blutzuckers. Eine Senkung des Blutdruckes um 10 mm Hg (die mit beiden Therapieregimen durchschnittlich erreichten Blutdruckwerte waren: 144/82 in der intensiv behandelten Gruppe, 154/87 in der konventionell behandelten Gruppe) ergab eine Risikoverringerung von:


1 alle diabetesbezogene Komplikationen / 2 diabetesbedingte Todesfälle / 3 mikrovaskuläre Erkrankungen / 4 makrovaskuläre Erkrankungen/Apoplex / 5 Herzversagen

Schlussfolgerung:

Durch eine normnale Einstellung des Blutzuckers und des Blutdruckes lässt sich die Progredienz diabetischer Folgeerkrankungen bei Typ 2 Diabetikern einschränken.


Dr. A. Thomas